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© 2018 Webdesign Rami Ali

Das Projekt

„Jamal al-Khatib – Mein Weg“ geht auf die Idee eines jungen Mannes zurück, der sich, nach seinem Rückzug aus der jihadistischen Szene und seiner Distanzierung von der jihadistischen Ideologie, dafür einsetzen wollte, andere Jugendliche davor zu bewahren, die gleichen Fehler zu machen, die er in der Vergangenheit begangen hatte. Da er aufgrund von mehreren Delikten zu einer langen Haftstrafe verurteilt wurde, blieb ihm nur die Möglichkeit Texte zu verfassen. „Ich will ein Buch schreiben, um andere Jugendliche davon abzuhalten, sich dem IS anzuschließen“, so seine Worte. Mit der Hilfe von Jugendsozialarbeiter*innen entstanden so einige autobiographische Texte, Episoden aus seinem Leben und seine heutigen Gedanken dazu.

Weitere Professionist*innen schlossen sich dem Projekt an und ein transdisziplinäres Team entstand. Der Verein turn (Verein für Gewalt- und Extremismusprävention) wurde gegründet, um entlang der Texte Kurzfilme zu produzieren und diese über online Medien zu verbreiten. Parallel dazu meldeten weitere muslimische Jugendliche Interesse an im Projekt mitzuarbeiten, manche von ihnen mit einer Vergangenheit in der jihadistischen Szene, manche ohne. In zahlreichen Projekttreffen wurden durch die Methode der narrativen Biographiearbeit weitere Texte erarbeitet, die mit den bestehenden zusammengefügt wurden. In Zusammenspiel mit der Islamwissenschaft entstanden so authentische, alternative Narrative zu jihadistischer Propaganda. Über das Zusammenspiel von Jugendsozialarbeit, Islamwissenschaft, Filmproduktion, Digital Management und natürlich den jugendlichen Projektteilnehmern konnten vier Kurzfilme realisiert werden. Die Inhalte wurden über die Erzählerfigur Jamal al-Khatib vermittelt.

Um die Inhalte der Zielgruppe, (Jugendliche die mit jihadistischen Weltbildern sympathisieren), zu erreichen wurde ein eigenes Social Media Konzept erarbeitet, in welches auch die jugendlichen Projektteilnehmer eingebunden wurden. Im Rahmen einer Online-Kampagne wurden die Kurzfilme über eigene Kanäle auf den Plattformen YouTube, Facebook und Twitter veröffentlicht.

Mittels Online-Streetwork wurden die Jugendlichen in ihren Social Media Blasen erreicht, mittels Videos angesprochen und zur Diskussion über die Inhalte der Videos eingeladen. Den Jugendlichen wurde die Möglichkeit gegeben, auf unterschiedliche Arten in Interaktion treten, einerseits in der Öffentlichkeit der Kommentarspalten, aber z.B. auch über persönliche Nachrichten.

Die Filme wurden während dem Kampagnenzeitraum von sechs Wochen über 180000 Mal gesehen und 800 Mal kommentiert. Spannende und kontroversielle Diskussionen konnten geführt werden. Hauptsächlich wurden Jugendliche mit den Inhalten bei ihren Alltagserfahrungen und ihrer muslimischen Identität, aber auch bei ihrer Wut über Ungerechtigkeiten und dem Wunsch eine gerechtere Welt zu schaffen, abgeholt. Neben religiösen Fragen wurden vor allem Debatten über gesellschaftskritische Perspektiven, persönliche Unsicherheiten und Erfahrungen mit Marginalisierung behandelt.

Was bleibt sind Filme die zur Diskussion über gewalttätigen Fanatismus einladen, aber auch über die Lebenswelten junger Muslime in Österreich bzw. in Europa, ihre alltäglichen Erfahrungen und gesammelten Eindrücke von gesellschaftlichen Gegebenheiten. Angesprochen werden Wege in, und aus dem Fanatismus heraus. Gefordert wird in jedem Fall kritisches und eigenverantwortliches Denken.

Am Projekt „Jamal al-Khatib - Mein Weg!“ sowie am pädagogischen Paket haben folgende Personen mitgearbeitet (in alphabetischer Reihenfolge):

Rami Ali (Politikwissenschaft)

Peter Jaunig (Layout)

Julia Kerbl (Jugendsozialarbeit)

Sonja Kohlreiter (Lektorat)

Stefan Kühne (Support/Expertise E-Youthwork)

Felix Lippe (Psychologie/wissenschaftliche Begleitung)

Rüdiger Lohlker (Islamwissenschaft)

Ulrich Neuburg (Filmproduktion)

Nico Prucha (Islamwissenschaft)

Fabian Reicher (Jugendsozialarbeit)

Karim Saad (Digital Management)

Fabian Stiebler (Grafik)

Yasin “Nasihat” Ulu (Musikproduktion)

Stefan Wernig (Filmproduktion)

 

Die wichtigsten Projektmitarbeiter waren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie werden bewusst nicht namentlich erwähnt um ihre Identität zu schützen.

Hier geht's zum vollständigen Projektbericht mit Zahlen und Auswertungen.

Pädagogisches Paket downloaden